Archive for the ‘Geschichte’ Category

Krieg und Frieden

Mittwoch, August 26th, 2009
Geistliche beider Konfessionen unterstützten Deutschlands Krieg. Die Bischöfe riefen zur Pflichterfüllung auf. Als die Gewalt eskalierte, mahnten sie jedoch auch die allgemeinen menschlichen Rechte an.

Eigentlich kein Thema für das Religionsblog, der 2. Weltkrieg, möchte man meinen. Wenn da nicht die Verstrickung von Christen und Nazis gewesen wäre. Und dass, obwohl die Nazis auch die Christen ausschalten wollten. Lavierend der Papst, enthusiastisch viele Gläubige. Und auf den Koppeln “Mit Gott”….

Ohne Erregung läßt das kein Christ gelten. Selbstkritik ist kaum vorhanden, so die Einschätzung nach vielen Diskussionen. Entweder es waren keine Christen, die da gehandelt haben, oder man wird auf die leuchtenden Beispiele verwiesen. Von Bonhoeffer bis Kardinal von Galen.

Daher ist es zu begrüßen, wenn man sich der Thematik mal widmet. Der “Rheinische Merkur” hat zum 70. Jahrestag des Beginns des II. Weltkrieges einige interessante Beiträge. Lesenswert.

Den Nazis nah, den Nazis fern

Ziemlich unorthodoxe Zensur

Montag, Juli 27th, 2009

Wenn in Griechenland in frühen Zeiten heidnische Symbole, wie z.B. die Akropolis, eine antike Götterstadt, zerstört wurden, dann meist doch von hyperaktiven Christen, die jegliche Zeugnisse heidnischen Glaubens vernichten wollten. Die Christen heißen heute griechisch-orthodox. Und nun?

Naja, der griechisch-französische Film-Regisseur Costa-Gavras, für seine hochpolitischen Filme bekannt (Z), hat einen Dokumentarfilm gedreht, der zeigt u.a. die Zerstörung des  Parthenon-Tempels auf der Akropolis durch in Gewändern der orthodoxen Priester gewandeten Christen. Dagegen hat die orthodoxe Kirche beim Auftraggeber des Films, dem griechischen Kulturministerium, protestiert. Und völlig unorthodox hat diese  die entscheidende Stelle Heraus schneiden lassen.

Sowas nennt man im allgemeinen Zensur. Aber ist ja nur “böses” übers Christentum. Da darf man dass bestimmt und ist auch keine Zensur….

Artikel auf N-TV

Ist der Islam gefährlich?

Mittwoch, Juli 15th, 2009

Eine Frage, die sich in den letzten Jahren immer öfter stellt. Ist der Islam böse, gefährlich gar? Aufgekommen ist diese Frage ja erst nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Gerade hier in Deutschland wurde der Islam so deutlich in der Öffentlichkeit gar nicht wahr genommen. Hauptsächlich die Türken, die hier leben, sind Muslime, ist halt deren Religion und was soll es.

Inzwischen gibt es hunderte von mehr oder weniger islamophoben Internetseiten- und blogs. Kommen teilweise (pseudo)aufklärerisch daher oder auch unverhohlen hasserfüllt. Interessant zu lesen, da sie sich mit einer Thematik beschäftigen, die einem selbst erstmal am Allerwertesten vorbei geht – bin ich Muslim? Nein.

Aber im Rahmen der weiteren Integration unserer türkisch-stämmigen Migranten, in der Folge des hier sesshaft werdens ist der Wunsch nach Gotteshäuser aka Moscheen groß geworden. Manche wurden schon gebaut, teilweise, ohne dass der Mitbürger an sich erfahren hat, was in so einer Moschee überhaupt passiert, teilweise, wie in Duisburg - Marxloh, mit größtmöglicher Offenheit

Gleichwohl haben sich Bürgerinitiativen gebildet und auch Parteien, die, inzwischen auch massiv, gegen den Bau von Moscheen vorgehen. Die, wie in Köln z.B. sogar in den Rat gewählt wurden. Und in der Wahrnehmung der Bevölkerung als Rechtsextreme da stehen – selbst, wenn es nur normale Bürger mit übertrieben Ängsten sind…. Übertrieben?!

In der Tat – der Islam scheint uns zu überrollen. Und macht Angst, zumindest beunruhigt der Islam doch einen guten Teil der Bevölkerung. Der Islam ist fremd – sehr fremd. Er unterscheidet sich erheblich von dem das Abendland prägenden Christentum. Scheint nicht mit den Grundrechten vereinbar zu sein.

Sicher, das Christentum hat sich auch hauptsächlich durch brutale Gewalt verbreitet. Freiwillig wollte daran kaum einer glauben - wozu auch, man hatte ja seine eigenen Götter. Da musste doch mal mit dem Schwerte nachgeholfen werden. Aber mit der Zeit, auch durch die Reformationsbewegung initiiert, wandelte sich das Christentum zu einer aufgeklärten Religion – zumindest in der Hauptströmung. Die den Glauben enger sahen wurden zu Fundamentalisten. Nichts desto trotz bleibt der Umgang mit der Bibel Auslegungssache. Und so kann eigentlich jeder mit der Bibel glücklich werden in seinem Glauben. Inzwischen hält das Christentum auch Religionen neben sich aus

Nicht so der Islam. Er ist durch Mohammed und seinen Vertrauten mit Gewalt gegründet und verbreitet worden – und selbst wenn dass noch angezweifelt werden kann so doch seine Nachfolger, unter denen der Islam in zwei Jahrhunderten mit viel Gewalt von Arabien bis tief nach Afrika und Europa getragen wurde. Und auch weiterhin, trotz vieler Rückschläge im Laufe der Jahrhunderte, sich über den Erdball verbreitet. Weitaus friedlicher als bislang. Nichts desto trotz hat der Muslim nicht eher zu ruhen bis die ganze Welt Islam ist.

Am Beginn war der Islam sogar noch fortschrittlich, in gesellschaftlicher ebenso wie auf naturwissenschaftlicher Sicht. Irgendwann im 11. Jahrhundert war das aber nahezu vorbei. Und genau dort ist der Islam auch stehen geblieben – keine Reformation, die dafür sorgte, dass der Islam moderner wurde. Aber, und das ist der Gegensatz zur Bibel, lässt der Koran als Gottes unverfälschtes Wort auch kaum bis gar keinen Raum für Interpretationen. Insofern sind Reformen zum scheitern verurteilt, da sie nur schwer Anerkennung bekommen können.

Dennoch besteht der Wunsch nach einem an die modernen Zeiten angepassten Islam. Gerade bei den Migranten mit Islam- Background, die in den westlichen Ländern leben wollen, ist der Islam schon lange nicht mehr nur der letzte Halt im Heimweh in einem fremden und kalten Land. Nein, es wird eher gewünscht, dass der Islam eine Leitlinie im Leben wird, ebenso, wie er das bei den hier lebenden Christen ist. In Ko-Existenz mit den hier vorherrschenden Religionen.

Und das wird halt nicht einfach. Eben aus der Stellung des Koran als heiligen Buch mit uneingeschränkter göttlicher Autorität. Weil auch gegen starke, fundamentale Strömungen, die auch immer mehr Gläubigen einen Halt geben, angekämpft werden muss. Gegen gesellschaftlicher Vorbehalte. Und so weiter.

Der Islam ist aus meiner atheistischer Sicht nicht gefährlicher als jede andere Religion auch – kommen die fundamentalistischen Strömungen an die Macht geht es Anders- und Nichtglaubenden wohl übel. Egal, ob Christen oder Muslime. Und zur Zeit scheint mir die fundamentale Strömung bei jeder Religion an Zuspruch zu gewinnen. Natürlich wäre es mir als (Religions)Atheist lieber, die Religionen würden abgeschafft. Aber die meisten Menschen hängen halt dran. Und so sollte man eine friedliche Ko-Existenz anstreben. Das grenzt die Fundis vielleicht dann doch aus.

Paulus wohl doch in Rom gestorben

Montag, Juni 29th, 2009

Klar war es nie, obwohl die Kirche immer hoffte - aber jetzt zeigt sich nach einer Untersuchung, dass das Paulus-Grab in Rom  offenbar tatsächlich die Knochen des Apostels enthält. Sein Sarkophag soll nun unter dem Altar der römischen Basilika geöffnet werden. Papst Benedikt XVI., der den Fund sichtlich bewegt verkündete, ist von der Echtheit der Knochen überzeugt. Obwohl man ja keinen Vergleich hat, der dies bestätigen könnte - allenfalls dass die Leiche, bzw. was davon noch übrig ist, aus dem 1. Jahrhundert stammt. Wer immer er gewesen sein mag. 

Zweifel, dass Paulus gelebt hat, wird es wohl kaum geben. Insofern wäre der Fund auch nicht weiter von Belang. Aber es könnte die Kirche motivieren, zu behaupten, sie hätte ja schon immer Recht gehabt. Warten wir aber erstmal die Untersuchung ab.

Info FAZ

Gott, Darwin und der Papst

Donnerstag, März 5th, 2009
Gerade religiöse Gruppen tun sich schwer mit der Evolution und ihren “Entdecker”, Charles Darwin, der dieses Jahr 200 geworden wäre sowie seinem Werke(n), dessen Hauptwerk von der Entstehung der Arten vor 150 Jahren erschienen ist. Von Anfang an ist das eingetreten, was der Theologe Darwin vorher gesehen hatte: Seine Theorie wurde als Angriff auf die Schöpfung Gottes angesehen.
Nun hat sich die katholische Kirche schon lange mit der Evolution ausgesöhnt. Zum Jubiläumsjahr findet zur Zeit sogar an der Päpstlichen Universität Gregoriana hat ein hochkarätiger Kirchenkongress über Charles Darwin und die Evolutionstheorie statt. Der Anlass ist der 150. Jahrestag von Darwins Bahn brechendem Werk „Über die Entstehung der Arten“. Es lasse sich Evolutionslehre und Schöpferglaube miteinander vereinbaren, so der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (Inquisition), Kardinal Levada . Gleichwohl griff Levada auf dem Kongress die Thesen des bekannten Atheismus-Vorkämpfers Richard Dawkins an. Es sei „absurd“ zu glauben, die Evolution sei ein Beweis dafür, dass es keinen Gott gebe, so Levada. Die Tagung an der Gregoriana steht unter der Schirmherrschaft des Päpstlichen Kulturrates.
(Infos: http://www.the-gregorian.com/rfr.htm#conference )
Nun, Darwin musste auch nicht rehabilitiert werden. Im Prinzip könte er sogar zu einem Kirchenlehrer ernannt werden. Aber natürlich gab es auch von der kath. Kirche Widerstände - aber immerhin wurde die Theorie geprüft. Und in der Lehre der Kirche ist die Schöpfung durch die Evolution Tatsache.
Für konsequente Bibelgläubige wie z.B. die fundamentalistischen Freikirchler ergibt so etwas Probleme. Nicht, dass Gott durch Evolution schaffen kann, nein, es sind tatsächlich theologische Probleme. Allein stimmt die Bibel mit der Evolutionslehre nicht überein, wenn man sie wörtlich als Gottes Wort nimmt. Und von der Erbsünde und der darauf basierende Erlösungslehre ganz zu schweigen.
Nun bin ich mal gespannt, was bei der Konferenz heraus kommt.