Nun, ich möchte die Zeit einmal nutzen, um einige Grund legende Fragen zu beantworten. Betreffend meiner Einstellung zu Glaube und Religion; zu diesem Blog. Denn in der Tat werde ich mal darauf angesprochen. Per Mail oder auch in „echt“. Was natürlich erfreulich ist – zeigt es doch, dass das Blog gelesen wird
Neben Zustimmung, i.d.R. durch Atheisten, gibt es auch sehr viel Ablehnung. Meist durch Gläubige – insbesondere Christen. Und zu einigen Punkten möchte ich einfach mal Stellung beziehen.
Das Religionswatchblog ist ein Hobby. Es resultiert aus meinen Erfahrungen, die ich gemacht hatte, nach dem ich meinen christlichen Glauben abgelegt hatte. Und darüber berichtet habe sowie ein Forum betrieben hatte, dass sich mit dem Thema „Religion“ beschäftigt hat. Da gab es Angriffe, die manches Mal unter die Gürtellinie gingen. Natürlich in bester Absicht und aus christlicher Nächstenliebe. Und das war natürlich ein Grund, ein Auge auf die Religionen zu werfen – gerade die Bigotterie und der unbändige Wille, den anderen den eigenen Glauben aufzudrängen stören mich gewaltig.
Gleichwohl kamen auch vernünftige Diskussionen zu Stande. Am angenehmsten waren Gespräche mit Katholiken. Aber die haben ja auch kein Problem damit, Evolution und Glaube unter einen Hut zu bringen. Schlimm waren meist die „freien“ Christen. Missionsdrang bis zu Selbstaufgabe. Meist der Vernunft.
Damit wäre eine der Fragen schon mal aufgegriffen: Warum dieses Blog? Eben um den Wahngläubigen etwas Platz im Internet wegzunehmen – und dem Missionswillen etwas entgegen zu setzen.
Warum hasst du die Christen?
Tu ich nicht. Ich hasse keine Gläubigen. Im Gegenteil, ich verstehe, da ja selbst auch mal fromm, die Sehnsucht nach einem Halt. Aber ich halte den Glauben für eine Privatsache. Vor allem sollte man nicht so offensiv dem Nächsten den eigenen Glauben als absolut aufnötigen. Richtig schlimm wird es für mich, wenn Wahngläubige ihren Glauben über die Erkenntnisse und Beweise der Wissenschaft stellen. Das ist dann nur noch dumm. Und da gegen wirke ich mit meinen Mitteln. Kreationismus, I.D.: Nein Danke
Was hast du gegen Religionen
In der Tat: gegen Religionen habe ich eine Menge. Das resultiert auch aus der Erfahrung mit Religionen, die man aus der Geschichte ziehen kann. Natürlich liegt mein Hauptaugenmerk auf das Christentum, da es die hier (noch)dominierende Religion ist. Ich habe dabei, siehe oben, nichts gegen die Anhänger der Religion. Sie sind Verführte und Ausgenutzte durch die Führer dieser Religionen. Denn das ist ja der eigentliche Zweck von Religion: Macht ausüben. Ein Druckmittel. Einen Beweis, dass sie einen tatsächlichen göttlichen Grund haben, können sie nicht erbringen. Und in der Tat kann ja nur eine der auf der Welt verbreiteten Religionen Recht haben. Und der Rest lügt. Die Sache ist noch einfacher: sie lügen alle.
Christen tun doch gute Werke – da kannst du doch nichts gegen sagen
Natürlich kann man gegen gute Werke nichts sagen – aber es sind halt nicht nur die Christen. „Gute Werke“, was immer das umschreiben will, tun viele Menschen, egal welchen Glaubens oder Nicht - Glaubens – ein sogenannter „Altruismus“. Der Mensch ist so gepolt. Das unterscheidet ihn u.a. von den anderen Säugetieren. Christen verweisen gerne auf ihre guten Werke. Und sind meist doch „nur“ Werke um Pluspunkte im Himmel zu sammeln und nicht um ihrer selbst willen.
Und natürlich ist die Kirchensteuer auch kein Grund, pro Kirche zu sein. Diese Gelder fließen nur zu einem sehr kleinen Teil in soziale Projekte. Das meiste wird refinanziert durch Bund, Land und Kommune. Im Falle von Schulen und Kindergärten auch durch die Elternbeiträge. Aber selbst die freiwilligen Leistungen in den Freien Gemeinden, die ja keine Kirchensteuern erheben, werden nicht hauptsächlich wegen der Menschen und deren Probleme erbracht. Sie dienen dazu, den Menschen in Problemlagen Jesus nahe zu bringen. Mission also. Unter dem Gewand der Nächstenliebe. Na gut, Hauptsache, es wird geholfen. Aber ein Grund für Religion ist das nicht.
Du kannst nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt!
Stimmt. Kann ich nicht. Muss ich aber auch nicht. Die Beweispflicht liegt bei demjenigen, der eine Behauptung aufstellt. In diesem Fall ist die Behauptung „Es gibt einen Gott“ und sogar konkreter einen bestimmten Gott. Und ich sage nur, dass ich das nicht glaube und mir das nachgewiesen, bewiesen werden soll, dass es Gott gibt. Im Prinzip geht weder das eine noch das andere. Aber: die Fakten sprechen eher gegen einen Gott. Zumindest gegen einen wie ihn die Religionen verkünden. Und ob es einen Urschöpfer oder so etwas gibt ist dabei völlig unerheblich. Falls dieser weiter hin etwas von uns möchte, und sei es nur Anbetung, sollte er sich bemerkbar machen. Er tut es nicht, also ist er zu ignorieren. Vielleicht ist das sogar Gottes Wille – weil wir alleine klar kommen sollen.
Welchen Sinn soll dann alles machen? Wie soll die Welt sonst entstanden sein?
Das Leben macht den Sinn, den wir ihm geben. Einen „Urgrund“, wie ihn die Religionen quasi propagieren, den gibt es nicht. Es mag schwer sein zu akzeptieren, dass alles ohne Sinn passiert ist sondern einfach so. Aber die Begründung, alles sei zu Gott hin gerichtet… ist auch nicht sinnvoller. Wer seinen Sinn darin sieht, Gottes Gebote einzuhalten,: bitte schön. Aber er soll andere damit verschonen.
Gott wird ja gerne immer an den Anfang von allem gesetzt. Aber der Anfang wurde durch wissenschaftliche Erkenntnisse immer weiter nach hinten verschoben. Lückenfüller-Gott. Denn dieser füllte damit immer nur die Lücken, wo Erkenntnisse fehlten. Man kann die Entstehung des Universums schon ganz gut ohne Gottes Wirken erklären. Und selbst der Satz „Von Nichts kommt nichts“ stimmt nur für unser Universum. Und nicht für die Gesetzmäßigkeiten in, na sagen wir: anderen Welten.
Wobei ich sagen möchte, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch vorläufig sind. Es mögen noch Dinge ans Licht kommen die ganze Theorien umwerfen. Aber entscheidend ist: es gibt genügend tragbare Thesen, die die Welt ohne Gott erklären können. Wie auch immer. Das sind jedenfalls so einige der Fragen, die immer wieder auftauchen. Und die Diskussionen, die verbissen geführt werden, sind von Ignoranz geprägt. Und insofern betreibe ich halt dieses Blog. Und wenn ich meinen Atheismus dadurch nur immer wieder bestätigt bekomme.