Archive for Februar, 2010

Rücktritt von Bischöfin Käßmann

Mittwoch, Februar 24th, 2010

Eigentlich war es zu erwarten. Nach ihrer Alkfahrt durch Hannover war es wohl eine zwingende Konsequenz. Immerhin, da über 1,1 0/00, eine Straftat.

Wahrscheinlich war alles zu viel für Käßmann. Nicht  nur, dass sie als Bischöfin Widerstände erfahren musste, waren sicherlich private Rückschläge wie die Scheidung oder ihre Brustkrebserkrankung auch nicht zum Besten. Insbesondere, da ihr die Scheidung in dem kirchlichen Amt vorgeworfen wurde.

Noch härter war der Gegenwind als sie vor 4 Monaten quasi die oberste evangelische Bischöfin wurde. Nicht nur, dass einige Probleme damit hatten, dass eine Frau diese Position inne hat, sondern ihr Lebenslauf wurde ihr auch zum Vorwurf gemacht.

Gleichwohl bemühte sie sich um Profil – und schoss etwas übers Ziel hinaus. Vermutlich war der Gegenwind und der Druck ein wenig zu viel – insofern ist ihre Entscheidung, ihre Ämter aufzugeben, wohl die richtige.

Rücktritt von Bischöfin Käßmann: Im Zweifel für die Geradlinigkeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

Katholische Bischöfe entschuldigen sich

Montag, Februar 22nd, 2010

Erstaunlich – aber für kirchliche Zustände ist das ein enormer Schritt. Wenn auch der Eindruck entsteht, dass sich die Bischöfe beim Chef erst einmal die Erlaubnis holen mussten sich zu entschuldigen. Dabei ist die Kirche nicht einmal ursprünglich für die Taten verantwortlich. Aber für den Umgang mit ihnen.

Und das erscheint mir ein wichtiger Aspekt. Dass man anerkennt, dass unter dem Deckmantel der Kirche erbärmliche und widerliche Taten begangen wurden und werden. Und dass sich die Kirche als Hort für diese Kinder, egal ob Schule, Heim oder sonst Was, für ihre Kinder verantwortlich ist.

Andererseits: Die Jesuiten in den USA sollen vorsorglich Insolvenz angemeldet haben um Regressansprüchen aus dem Weg zu gehen….

Katholische Bischöfe entschuldigen sich | RP ONLINE

Kirche: ”Scham und Empörung”

Sonntag, Februar 7th, 2010

Jesuiten missbrauchen Kinder? Aber hallo – strenge Erziehung alter Schule ist nach heutigem Maßstab ohnehin Kindesmissbrauch. Nun allerdings kamen und kommen Dinge ans Licht, die immer schön unter den Teppich gekehrt wurden.

Nach den grauenhaften Zuständen in vorwiegend katholischen Kinderheimen in der 1960ern und früher nun also; wieder einmal; sexuelle Übergriffe.

Nun überrascht das den geneigten Anti-Kirchler nicht wirklich. Grade durch das Zölibat und der Leibesfeindlichkeit der katholischen Kirche wird so etwas herausgefordert. Bislang wurde dass aber durch die Kirche unter den Mantel des Schweigens gehüllt.

Jetzt scheint es ein Umdenken zu geben. In den heutigen Predigten wurden die Übergriffe Predigtthema, Leiter der Jesuiten und die Schulen selbst nehmen Stellung und diskutieren. Mehr als Entschuldigen für das Wegsehen und nichthandeln ist wohl nicht drin; insbesondere, da die Taten alle verjährt sind.

Nun, das Zölibat wird die Kirche, werden die untergeordneten Orden wie die Jesuiten wohl nicht aufgeben. Aber wenn die ihr Personal besser kontrollieren oder auch betreuen ist ja schon viel gewonnen.

Kirche: Reaktion auf Missbrauchsfälle /sueddeutsche.de

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